Merry Christmas

Weihnachten ist für mich seit ca fünf Jahren ziemlich traurig. Ich finde keine Freude mehr und die aufgesetzten, überdrehten, glücklichen Gefühle der anderen machen mich auch fertig. Dieses Jahr ist es ein klein wenig anders, weil ich nicht depressiv bin (ich frage mich ja, ob das aufgrund der Wohngruppe, wegen meinem Freund oder weil ich mir meine Gefühle verbiete, ist), aber ansonsten ist es so wie jedes Jahr. Ich würde schon fast sagen, dass ich Weihnachten hasse.
Mit meinem Freund habe ich mich am 17. wieder vertragen. Seit dem schaut er mich ab und zu in ruhigen Momenten an und sagt:"Was hast du nur mit mir gemacht?" Soll heißen, dass uns der Streit noch mehr zusammengeschweißt hat.
Mein Körper macht mir momentan ziemlich Angst. Ich habe seit gestern Abend Brustenge und bin noch kurzatmiger als sonst, der Schmerz aus meiner Brust zieht ab und an auch in meinen Rücken und in meinen Kiefer und mein Puls ist erhöht (normal ist bei mir zwischen 66 und 84, momentan liegt er bei 132 - 144). Laut diverser Quellen war das ein Anfall von Angina Pectoris (ne Art Vorstufe von Herzinfarkt). Jetzt hab ich natürlich Angst und versuche auch zwanghaft, aufs Kotzen zu verzichten, aber heute und am 26. wirds damit nix. Danach versuche ichs weiter, weils dann keine Fressgelage mit der Familie mehr gibt.
Seltsamerweise habe ich genau das gleiche Gewicht wie vor einem Jahr. Obwohl ich in der Jahresmitte ganz schön zugelegt hab.
Auch habe ich mir fürs neue Jahr vorgenommen, zwar weiter abzunehmen, aber gesund und nicht mehr auf kranke Weise. Das wird extrem schwer, aber ich werds schaffen.
Das einzige, das mich dran hindert, ist eine ziemlich seltsame Verlustangst; ein Teil in mir will sich an der ES festklammern, hat Angst davor, dass ich dann nichts mehr habe, das mich besonders macht. Das mir einen Grund für Aufmerksamkeit gibt. Außerdem kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, ohne ES zu leben, obwohl ich bis vor zwei Jahren noch mein Essen drin behalten hab (das schlechte Verhältnis war da aber schon da).
Naja, irgendwie wirds klappen :D
Frohe Feiertage
Mae

Anything I could ever say

Also, ich bin doch echt unfähig.
Gestern und heute hatte ich Stress mit meinem Freund. Haben uns zum Aussöhnen in der Innenstadt getroffen. Alles supi. Dann tauchte ein Kommentar in Facebook auf, das natürlich wieder alles zu nichte machte. Ich war gestern Abend ohne ihn mit den anderen aus (er hatte keine Lust, weil es regnete) und als ich dann gut betrunken war, haben zwei Kumpels von uns angefangen, mich Sachen, die unter die Gürtellinie gingen, zu fragen. Ehrlich, wie ich im betrunkenen Zustand bin, habe ich natürlich wahrheitsgemäß geantwortet.
Dieses Kommentar tauchte dann also in Facebook auf, als wir im Bus zu ihm saßen. Er fragte mich, was es damit auf sich hätte, weil ich in dem Kommi verlinkt war. Joa, und dann hab ich ihm erzählt, was die anderen mich gefragt haben. Anschließend saß er still neben mir, man sah es in ihm arbeiten. Eine weitere Frage kam, wir stiegen aus und als der Bus weg war, schrie er mich an.
Ich meinte nur kleinlaut, dass ich jetzt besser nachhause ginge, bin einige Zeit durch die Gegend gelaufen, hab meine Notfallrasierklinge ausgepackt und ja. Ich wollte auch weinen, aber ich war irgendwie nicht dazu fähig.
Seit dem kam nur eine einzige Nachricht. Ich habe nicht geantwortet (as if anything I could say could save us now). Ich weiß, dass er mich nicht verlieren will und dass er mich liebt, aber anschreien lasse ich mich nicht. Das wird von mir gnadenlos mit Schweigen und Ignorieren geahndet. Er wird sehen, was er davon hat. Okay, es war natürlich meine Schuld, weil ich meine betrunkene Klappe nicht halten konnte und ich werde mich auch entschuldigen, aber er hätte mich halt einfach nicht anschreien dürfen.

What's with my ED?
Okay, es wird immer noch häufiger gekotzt, als dass was drin bleibt. Ich habs irgendwo auch schon aufgegeben. Krieg ich halt einfach nicht los. Zwei Tage habe ich die Woche nix gegessen. War schön. Für mich ist das keine Bestrafung, es ist Frieden. Ich muss mir keine Gedanken darüber machen, wie ich das Essen wieder loswerde, weil ich ja nix gegessen hab. Ich versuche solche Tage häufiger einzubauen und irgendwann auch mal was zu essen (was Kleines ...), aber das ist noch ein langer Weg.
Ich muss hier jetzt auch ne Diary Card ausfüllen ... ):  Für die, die nicht wissen, was das ist: Das ist ein Beobachtungsbogen, ehemals entwickelt für Borderlinepatienten. Jetzt wird die Diary Card auch gerne bei suizidalen oder essgestörten Patienten angewandt. Ich hab zwar offiziell noch Borderline, aber das ist nicht mehr so das Thema. Eher die Bulimie.
Stay strong!
Mae

You'll live with regret the rest of your life

Okay, es ist ziemlich viel passiert die letzten paar Wochen.
In meiner neuen Stufe gibt es einen Typen, den ich von Anfang an ziemlich hübsch fande. Nunja, ich hab irgendwann gemerkt, dass er mich in den Kursen, die wir zusammen haben, ziemlich häufig anschaut. Kurz darauf hab ich mich mit einer Freundin verkracht und mich deshalb in den Pausen zu den Jungs aus meinem Mathekurs gestellt (wir sind ziemlich gute Freunde geworden). Jedenfalls gehört ebenjener Typ zu diesem Kreis dazu. Freitags drauf hat er mich dann gefragt, ob ich Lust hätte mit ihm und einem anderen Kumpel was zu machen. Haben wir und seit diesem Tag (24.11.) sind er und ich zusammen.
Meine Essstörung ist zwischenzeitlich fast ganz verschwunden, aber seit ein paar Tagen tippt sie mir immer wieder ungeduldig auf die Schulter und sagt, dass ich gefälligst schön für meinen Freund auszusehen habe. Ich kann noch ganz gut dagegen ankämpfen. Das wird sich wahrscheinlich ändern, wenn ich endlich wieder Sport machen kann (hab mir am 25.11. auf einem Konzert eine Bänderzerrung zugezogen und darf eigentlich auch wieder Sport machen, bin aber erkältet).
Mal schauen, wo es mich diesmal hinbringt ...
Seltsamerweise habe ich Sehnsucht nach der Psychiatrie. Ich hab jetzt seit acht Monaten keine Psychiatrie von innen gesehen und sehne mich danach. Toll. Soll mir das jetzt irgendwas sagen?
Ich hab auch ein wenig Angst wegen der Beziehung. Die letzte ist schiefgelaufen wegen meinem Borderline. Ich habe Angst, dass das wieder passiert ...
Mae

Some stuff

Ich hab noch mal zwei Kilo abgenommen, aber gerade an der Grenze zur 6 (vornedran) hat's dann aufgehört und ich habe ewig (wobei "ewig" zirka fünf Tage waren) dieses fette Gewicht mit mir rumgeschleppt - bis zum Wochenende. Es ist mein Heimfahrtwochenende und das bedeutet: Fressen, fressen, fressen. Und ja, fressen.
Also, ein Kilo hab ich mindestens wieder drauf. Ich hasse mich manchmal einfach so sehr. Gestern Abend war's so schlimm, da hätte ich mir am liebsten die Kehle aufgeschlitzt, aber hatte keine Klingen hier ... Fuck live.
Meine Psychologin macht das alles nicht gerade besser. Wir reden die ganze Zeit über meine ES und da werden Dinge wach ... Eine Zeit lang mochte ich mich wirklich. Das ist jetzt alles zerstört. Der Hass ist wieder da. Die Zerstörungswut. Oh wow.
Ich weiß, dass eine Therapie sehr anstrengend ist und viel aufwühlt, aber sie ist jetzt schon fast unerträglich. Es kann gut sein, dass meine Psychologin mich wieder in die Klapse bringt.
Obwohl ich ja normal sein will ...
Ich bin normal. Ich lache, habe Spaß, mache Quatsch. Niemand denkt, dass ich krank bin. Meine Komilitonen in Mainz wissen nichts von meinen Narben, von meinem Schmerz.
Jetzt wissen es drei. L., D. und M.
L. habe ich es als erstes erzählt. Sie ist richtig süß und kindlich. Ich habe mich direkt mit ihr angefreundet.
D. hat eines Tages die frischen Schnitte an meinem Oberschenkel gesehen, weil mir die Strumpfhose gerissen ist. Er starrt mich schon die ganze Zeit im Unterricht immer an; ich weiß, dass er mich mag und ich würde ihm gerne eine Chance geben. Ich würde liebend gern sehen, wie sich etwas aus uns entwickelt (er ist total mein Typ), aber ich kann es nicht zulassen, solange ich so fett bin.
M. hat auch eine Narbe auf dem Arm. Sie ist offen für alle sichtbar, er kümmert sich nicht darum. Er ist auch nicht stolz darauf oder so, he just does not care anymore ... Ich habe ihn drauf angesprochen, weil ich in Mathe neben ihm sitze. Er fand mich cool, ich fand ihn ganz cool, jetzt sind wir auch gute Freunde.
Da sind natürlich noch andere Leute, die ich mag und die mich mögen (allen voran N., die ich in Eltville kennengelernt habe und die natürlich schon alles wusste), aber den meisten ist es nicht bewusst, welches Chaos Tag ein, Tag aus mit mir spazieren geht.
Because I'm so fucking ordinary

Let's see what future holds.
Let's see which destruction I bring upon those I love, those I crave.


These cold, blue eyes are staring, staring, staring deep into my soul. 
But they'll never see what's inside of me, cause I'm such a fucking liar.

Da, da, dam I need to find your perfect replacement


Ana's kinda back ... Somehow ...

Okay ... Seit zwei Tagen hab ich nichts gegessen, als einen blöden Apfel. Ein Fuji-Apfel aus Südtirol. Dazu gab's Kaffee mit Sojamilch und Tee, ein wenig Saft und eine Limonade.
Ich habe mittlerweile fünf Kilo abgenommen, seit ich in der WG bin und ich fühle mich immer noch fett. Ich hab sogar dieses blöde Fettröllchen nicht mehr, wenn ich mich im Bett einrolle. Und depressiv bin ich auch wieder.
Aaaaber Schule läuft gut und ich habe sogar eine Therapeutin!
Irgendwie will ich nicht mehr in diesen ungesunden, giftigen, lebensgefährlichen, süchtigen Kreis aus Hungern und Fast-Nichts-Essen zurück, aber ich bin schon wieder viel zu tief drin.
Die Hoffnung stirbt ja aber bekanntlich zuletzt und deshalb hoffe ich einfach darauf, dass ich mich nicht zu Tode hungern werde ... Auch, wenn ein kleiner Teil in mir verschwinden will.


I'm still alive ... somehow

Excuse me
Gomenasai
Excusez-moi
Entschuldigung, bitte

Ich fühlte mich einfach außerstande, irgendetwas von meinem Kopfdrama niederzuschreiben / hatte zu viel Stress.
Hier die Kurzfassung der ersten fünf Wochen WG + neue Schule:
WG ist in Ordnung, nur komme ich mir unter lauter Berufsschülern, die zu dumm für Realschule sind, Realschülern, die hocken geblieben sind, und Förderschülern ziemlich ... intelligent vor *hust*. Ich fange sogar an, die Zeit in der Schule zu genießen, weil die 'daheim' so verblödet sind (ich entschuldige mich, falls ich damit irgendjemandem wehgetan haben sollte).
Meine Schule ist okay, meine Mitschüler sind okay. Es ist sogar ein Mädchen aus meiner Klinik dort in meiner Stufe. So bin ich wenigstens nicht allein.
Gefühlsmäßig bin ich ein Eisblock, aber ich merke, dass es innerlich hoch und runter geht.
S. kam ja im Sommer wieder aktiv in mein Leben. Er zerstörte sich seines (und ist immer noch dabei) und ließ mich darunter leiden, weil er vor einer Konfrontation mit mir geflüchtet ist und nicht mit mir reden wollte. Ich hab ihn wieder aus meinem Leben geschmissen. Jetzt leide ich unter der Sehnsucht.
Neither with nor without him can I be ...
Das Problem mit ihm ist: Wenn ich Kontakt zu ihm habe, werde ich suizidal. Wenn ich keinen zu ihm habe, werde ich anorektisch.
Die große Frage: Welches ist das kleinere der beiden Übel?
Am 05. November habe ich einen Kennenlern-Termin bei einer Therapeutin, die auch mit DBT-A arbeitet und am Montag wurde mir gesagt, dass ich auch nach Eltville kommen könnte, wenn ich in keine akute Krise rutsche, dann müsste ich nach Mainz in die Klinik.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich diesen Winter in die Psychiatrie komme. Die Preisfrage ist nur, wann.
Darüber hinaus habe ich es geschafft, mein Gewicht um drei Kilo zu senken. Ana ist das natürlich noch nicht genug, nur komm ich vom Fressen nicht weg. An manchen Tagen klappt das Fasten / Wenig-Essen wirklich gut und dann gibt es wieder Tage, an denen ich so gestresst bin, dass ich das als einzigen Ausweg sehe.
Ich werde auf jeden Fall den ganzen Winter über wieder joggen gehen, egal wie kalt es ist. Es tut gut, ich bin draußen und habe Kalorien verbrannt. Besser geht's nicht.
Ich versuche es, mich ein wenig regelmäßiger zu melden, aber nächste Woche fangen bei mir die Kursarbeiten an und ab dann wird's stressig.
Love, Mae


Wohngruppe

Ja, seit gestern bin ich jetzt in der Wohngruppe. Alles okay bis jetzt. Das Schlimmste kommt aber noch: Montag erster Tag in meiner neuen Schule.
Davor habe ich irgendwie am meisten Angst.
Ansonsten ist alles wunderbar. Essstörung ist weitesgehend weg, ich ritze mich nicht mehr und depressiv bin ich auch nicht wirklich.